Renovation Pädagogische Hochschule
Kantonsschulstrasse 1 und 1a, Zürich

Frische, freche, starke Farbwahl

Problem und Anspruch
Die «Turnegg» mit Nebengebäude an der Kantonsschulstrasse 1 wurde 1836 als Wohnhaus gebaut, ist seit 1895 im Besitz des Kantons Zürich und figuriert im Inventar als kommunales Schutzobjekt. Es galt,die1982 letztmals renovierte «Turnegg» als Verwaltungsgebäude der Pädagogischen Hochschule umzugestalten. Anpassungen der Ausstattung und Haustechnik an die heutigen Anforderungen erwiesen sich als unumgänglich. Für Fassade und Dach bestand kein dringender Renovationsbedarf.

Idee und Lösung
Das architektonische Grundkonzept wertete die Korridorzonen auf.

Spätere Zufügungen wurden abgebrochen, die Korridore wieder bis zur Fassade, das heisst ans Licht, geführt. Gleichzeitig dienen die Korridore als haustechnische Verteilzone. So gelang es, die Bürozimmer zu schonen, Boden und Wände zu belassen, trotz des Neueinbaus von Elektro- und IT-Erschliessungen. Getreu dem Grundsatz: Nur wo nichts bis wenig gemacht wird, werden effektiv Kosten gespart.
Der in neuen Raumproportionen gebaute Korridor erhielt auch ein zeitgemässes Farbkleid. Intensives Blau wechselt mit den raumhohen Eichentüren, schwarzer Linolboden gibt durch die spiegelnde Decke räumliche Höhe. Die Vertikalerschliessung im alten Treppenhaus ist in einem tiefen Rot gehalten. Das völlig umgebaute Dachgeschoss nimmt einen einzigen Büroraum auf, lediglich unterteilt mit einer transparenten Wand. Eine zenitale Öffnung spendet genügend Tageslicht.

Farbakzente

Weil im Altbau eine historisierende Nachbildung aus den spärlichen Resten verloren gegangener Oberflächen nicht in Frage kam, wurde eine neue, unserer Zeit entsprechende Atmosphäre durch Farben in mehrfachem Wandauftrag erzeugt. Die wenigen Reste der originalen Tapete wurden an dieser einen Wand zusammengefügt. Fehlstellen bewusst nur farblich eingestimmt.

Dachgeschoss

Die bestehende Wohnung im Dachgeschoss wurde ausgeräumt. Die statische Verstärkung des Umbaus von 1982, mit den umlaufenden HEB-Träger, leitet die Lasten über schräge Stützen auf die unteren Korridorwände und lassen den Dachraum als Ganzes erlebbar werden. Ein schmaler, langer Lichtschlitz schenkt trotz nur kleiner Dachlukarnen die notwendige Arbeitshelligkeit.

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