Wohn- und Geschäftshaus, Rennweg 15, Zürich

Umbau in historischem Kontext

Allgemeines
Die bis ins 3. Obergeschoss belegbaren Raumausstattungen vorab des 17. und 19. Jahrhunderts sind herausragend und bezeugen die Wohlhabenheit und Vornehmheit der Eigentümer, darunter bis 1754 die Giesserfamilie Füssli, bis 1816 die Escher.

Das Zürcher Bürgergeschlecht Füssli wird 1357 erstmals urkundlich erwähnt mit Conrad, dem Knecht eines Glockengiessers aus Feldkirch. Genealogisch gesicherter Stammvater ist der Glockengiesser Peter( 1476). Seine Familie führte die Glocken- und Stückgiesserei Füssli in Zürich, in welcher der grösste Teil der Zürcher Artilleriegeschütze produziert wurde. Eine schon früher betriebene und besser bekannte Giesserei der Füssli befand sich im alten St. Annaquartier an der Sihlstrasse, auf dem ausgedehnten Familiengrundstück mit Wohnsitz „Glockenhaus“ und Werkstatt.

Im Hinterhaus am Rennweg 15 ist die Produktion in der Zeit zwischen 1580 und 1742 belegt. Das untere Geschoss des bestehenden Hauses könnte auf die Erweiterung des Jahres 1645 zurückgehen, als Hans III. Füssli vom Rat erlaubt wurde, Bauten vorzunehmen, um Werke bis zu 9 Zentner giessen zu können. Dies dürfte sich vor allem auf Geschütze beziehen. Die militärische Verteidigung der Stadt war in dieser Zeit ein beherrschendes Thema. Erst seit Kurzem waren die umfangreichen Arbeiten an der neuen, die Stadt umgebenden Schanzenanlage im Gang, deren Bau 1642 vom Rat beschlossen worden war. Durch die Aktivitäten der Giesserfamilie Füssli wird der Gebäudekomplex am Rennweg 15 mit repräsentativem Wohnhaus und grosser Werkstatt in einen für die Stadtgeschichte bedeutenden Kontext gestellt.